Otokar-Fischer-Preis 2026
David Voda nahm den Otokar-Fischer-Preis 2026 entgegen
Am Montag, dem 18. Mai 2026, fand im Prager Goethe-Institut die feierliche Verleihung des Otokar-Fischer-Preises statt. Vor einem Saal voller Akademiker, Autoren, Verleger, Studenten und weiterer Interessierter an germanobohemistischen Themen nahm David Voda den Hauptpreis für sein Buch Pražská antroposofická moderna / Prager anthroposophische Moderne 1907–1953 entgegen, das 2024 im Verlag Arbor Vitae erschienen ist. Die Laudatio hielt die Kunsthistorikerin Anna Habánová als Vertreterin der Jury; der Autor skizzierte in seiner Rede unter anderem das innovative Potenzial des Buches für weitere Forschungen auf dem Gebiet der Kunst-, Literatur- und Kulturgeschichte in den tschechischen Ländern und Mitteleuropa.
Weitere auf Tschechisch verfasste Publikationen erhielten eine lobende Erwähnung der Jury:
Návraty do ne/známého domova. Heimatturismus německých vysídlenců do Československa v době studené války [Rückkehr in die (un)bekannte Heimat. Heimattourismus deutscher Vertriebener in die Tschechoslowakei während des Kalten Krieges] von Sandra Kreisslová (Prag: Academia 2025), die Laudatio hielt Tomáš Glanc.
Bedekr Kafka [Kafka-Reiseführer] von Veronika Tuckerová (Prag: Revolver Revue 2024), in Vertretung von Ines Koeltzsch verlas Franziska Mayer die Laudatio, und Michael Špirit nahm das Diplom für die Autorin entgegen.
Rozhlasové hry Bohumily Grögerové a Josefa Hiršala [Hörspiele von Bohumila Grögerová und Josef Hiršal] von Pavel Novotný (Prag: Památník národního písemnictví 2025), die Laudatio hielt Alice Stašková, die dem Autor das Diplom überreichte.
Die feierliche Preisverleihung wurde von Jaromír Typlt moderiert, für die musikalische Umrahmung sorgte die Sängerin Bára Zmeková.
Der Münchner Adalbert Stifter Verein und das Prager Kurt-Krolop-Zentrum für deutsche Literatur in Böhmen an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität sowie das Institut für Literaturwissenschaft werden den nächsten Wettbewerb um den Otokar-Fischer-Preis im Jahr 2028 erneut ausrichten.
Über den Otokar-Fischer-Preis
Auch 2026 vergibt der Münchner Adalbert Stifter Verein – Kulturinstitut für die böhmischen Länder, nun erstmals zusammen mit der Kurt Krolop Forschungsstelle für deutsch-böhmische Literatur an der Prager Karls-Universität sowie weiterhin mit dem Institut für Literaturforschung in Prag (Institut pro studium literatury), einen Preis für je eine herausragende deutschsprachige und tschechischsprachige geisteswissenschaftliche Arbeit zu germanobohemistischen Themen.
Der Preis, benannt nach einem der bedeutendsten tschechischen Bohemisten, Germanisten und Förderer der Germanoslawistik, Otokar Fischer (1883–1938), ist mit 1000 Euro dotiert. Je ein Preis wird für eine deutschsprachige und tschechischsprachige außergewöhnliche wissenschaftliche Publikation mit (germano-)bohemistischer Thematik vergeben, die in den Jahren 2024 und 2025 veröffentlicht wurde, und zwar aus den Bereichen Literatur, Musik, bildende Kunst, Theater, Film, Architektur sowie Kultur und Kulturgeschichte der böhmischen Länder. Dazu zählen auch kommentierte Editionen.
Der Preis ist eine einmalige Initiative auf dem Gebiet der deutsch-tschechischen Beziehungen. Sein Ziel ist es, deutsch- und tschechischsprachige (Germano-)Bohemisten zu unterstützen, den Dialog zwischen der tschechischen und der deutschen Bohemistik und die germanobohemistische Forschung zu stärken und dadurch die mehrsprachige und vielfältige Kulturgeschichte der böhmischen Länder auf beiden Seiten bekannter zu machen. Zu den Förderern des Preises gehören der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, das Kulturministerium der Tschechischen Republik sowie das Bundesministerium des Innern.
Einen Titel für die Auszeichnung kann jede beliebige physische oder juristische Person vorschlagen; Selbstnominierungen sind allerdings ausgeschlossen. Zur Bewerbung gehören eine Zusammenfassung des Buches, Informationen zum Verfasser bzw. zur Verfasserin sowie eine kurze Begründung des Vorschlags. Ein Online-Formular für die Nominierung finden Sie hier.
Bisherige Preisträger waren unter anderem Kateřina Čapková und Hillel J. Kieval, Lena Dorn und Lenka Kerdová, Ivo Habán und Anna Habánová, Neil Stewart und Marek Vajchr.